Häufige Fragen
Die Antworten auf die meistgestellten Fragen rund ums chemische Ätzen — kompakt, faktendicht, ohne Marketing-Sprech.
Verfahren & Technik
Was ist chemisches Ätzen?
Chemisches Ätzen ist ein subtraktives Fertigungsverfahren, bei dem Metall durch eine Ätzlösung (meist FeCl₃ oder NaOH) kontrolliert abgetragen wird. Das Bauteildesign wird zuvor durch eine Photoresist-Maske geschützt; das ungeschützte Metall wird im Sprühätzbad weggelöst. Das Ergebnis: gratfreie, spannungsfreie Präzisions-Bauteile aus Blech (0,02–2,0 mm).
Was unterscheidet chemisches vom fotochemischen Ätzen?
Technisch sind beide Verfahren eng verwandt. Fotochemisches Ätzen nutzt eine per Photoresist und UV-Licht erzeugte Maske — und ist damit der industrielle Standard für Präzisionsteile. "Chemisches Ätzen" wird umgangssprachlich meist synonym verwendet.
Welche Materialien lassen sich ätzen?
Praktisch alle Metalle und Legierungen: Edelstahl, Kupfer, Federstahl, Aluminium, Messing, Titan, Nickel, Silber, Molybdän, Wolfram, Kovar, Invar, Hastelloy, Inconel. Siehe Materialien-Übersicht.
Welche Materialdicken sind möglich?
Typischer Bereich: 0,02 mm bis 2,0 mm. Dünner ist mit Spezial-Anbietern möglich (Folien bis 0,01 mm); dicker (> 2 mm) wird unwirtschaftlich — dort lohnt sich Lasern oder Wasserstrahl.
Toleranzen & Konstruktion
Welche Toleranzen sind erreichbar?
Konturtoleranzen ab ± 0,02 mm bei dünnen Blechen. Faustregel: ± 10 % der Materialdicke. Mehr Details unter Toleranzen.
Wie klein kann eine Bohrung sein?
Faustregel: Minimum-Bohrungs-Durchmesser ≥ 1,0 × Materialdicke. Bei 0,2 mm Blech also ab ca. 0,2 mm Bohrung. Bei sehr dünnen Folien können auch deutlich kleinere Bohrungen realisiert werden.
Welche Stegbreite ist möglich?
Minimum-Steg (Material zwischen zwei Konturen): ≥ 0,8 × Materialdicke. Bei 0,3 mm Material also Steg ≥ 0,24 mm.
Kosten & Stückzahlen
Was kostet chemisches Ätzen?
Die Kosten setzen sich aus zwei Komponenten zusammen:
- Werkzeug-Kosten (einmalig): Photomaske ca. 150–600 € je nach Komplexität
- Stückkosten: stark abhängig von Material, Dicke, Bauteil-Größe und Stückzahl. Bei mittleren Serien typisch 0,30–3,00 € pro Bauteil
Exakte Angebote nur nach Anfrage mit CAD-Daten möglich.
Lohnt sich Ätzen für Einzelstücke?
Ja — die Werkzeug-Kosten sind im Vergleich zu Stanzen sehr niedrig (Photomaske statt Stanzwerkzeug). Anbieter wie Ätztechnik Herz bieten Speedline-Service auch für Prototypen.
Bis zu welchen Stückzahlen lohnt sich Ätzen?
Praktisch unbegrenzt. Für Großserien werden Reel-to-Reel-Bandprozesse eingesetzt — kontinuierliche Fertigung direkt vom Coil. Stückzahlen im sechs- bis siebenstelligen Bereich pro Jahr sind möglich.
Lieferung & Daten
Wie lange dauert die Fertigung?
Speedline-Service (Prototyp / Eilauftrag): 48–72 Stunden. Reguläre Serie: 2–4 Wochen. Bei besonders komplexen Bauteilen oder Sondermaterial entsprechend länger.
Welche CAD-Formate werden akzeptiert?
Standard sind DXF, DWG und STEP. Viele Anbieter akzeptieren auch Gerber, PDF mit bemaßter Zeichnung, native Formate aus SolidWorks/Inventor/CATIA.
Können Sie auch ohne CAD-Daten ein Angebot abgeben?
Eine grobe Kostenschätzung ja, ein verbindliches Angebot meist nicht — für die Maskenerstellung sind exakte Bauteildaten erforderlich. Skizze + Bemaßung sind ein guter Startpunkt.
Qualität & Eigenschaften
Bleibt die Materialhärte erhalten?
Ja, vollständig. Ätzbad-Temperaturen liegen bei 40–55 °C — weit unter jeder Anlasstemperatur. Auch federharte Werkstoffe wie 1.4310 oder CuBe behalten ihre vollen Federkennlinien.
Sind geätzte Bauteile gratfrei?
Ja, prinzipbedingt. Da kein Werkzeug an der Materialkante schneidet, entsteht kein Grat. Die Ätzkante ist leicht gewölbt, aber kantenfrei.
Welche Oberflächenrauheit ist üblich?
Ra ≈ 0,4 – 1,2 µm. Die Oberfläche ist nach dem Ätzen aktiviert — Galvanik-Veredelungen (Vernickeln, Vergolden, Versilbern) sind problemlos möglich.
Antwort nicht gefunden?
Schreiben Sie uns einfach — oder starten Sie direkt eine Anfrage.