Anwendung · Lead-Frames

Lead-Frames ätzen

Lead-Frames sind die geätzten Tragstrukturen, auf die Halbleiterchips montiert und gebondet werden, bevor das Gehäuse vergossen wird. Standardmaterial ist Kupfer oder Kupferlegierungen — verarbeitet im Reel-to-Reel-Bandätz-Prozess für hohe Stückzahlen.

Kurz: Lead-Frames aus Cu-OF, Cu-DHP oder hochleitfähigen Kupferlegierungen, typisch 0,15–0,25 mm Banddicke, Strukturgrößen ab 50 µm, Reel-to-Reel-Fertigung mit sehr hoher Reproduzierbarkeit. Konkurrenztechnologie: Stanzen — aber nur bei großen Stückzahlen und einfacher Geometrie wirtschaftlich.

Warum Ätzen für Lead-Frames?

  • Filigrane Pin-Strukturen — Pin-Pitch < 0,5 mm gut realisierbar
  • Hohe Maßhaltigkeit — Lead-Frame muss präzise zum Bonding-Werkzeug passen
  • Hohe Stückzahlen wirtschaftlich dank kontinuierlicher Reel-to-Reel-Fertigung
  • Materialeigenschaften unverändert — Leitfähigkeit, Bondbarkeit, Lötbarkeit bleiben
  • Konstruktionsänderungen schnell umsetzbar — neue Photomaske, keine neuen Stanzwerkzeuge

Typische Werkstoffe

  • Cu-OF, Cu-DHP — Standard-Kupfer für Lead-Frames
  • CuFe2P (z. B. C194) — höherfestes Kupfer für mechanisch belastete Anwendungen
  • Alloy 42 (Ni42Fe) — wenn niedrige Wärmeausdehnung gefordert
  • Kovar — für Glas-Metall-Verbindungen

Nachgelagerte Prozesse

Nach dem Ätzen werden Lead-Frames typisch:

  • Selektiv vernickelt/vergoldet (für Bondpads)
  • Verzinnt (für Lötbereiche)
  • Geprägt/gestempelt für 3D-Geometrie (Heat-Spreader-Auflagen)
  • Direkt zur Chip-Montage (Die-Attach, Wire-Bond) weiterverwendet

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