Anwendung · Federkontakte
Federkontakte & Kontaktfedern ätzen
Chemisches Ätzen ist das einzige industrielle Verfahren, das Federkontakte aus federhartem Material spannungs- und wärmefrei fertigt. Federkennlinie, Härte und Vorspannung bleiben exakt erhalten.
Direkt beantwortet: Kontaktfedern aus 1.4310 Federhart, CuBe, CuSn oder Permalloy werden chemisch geätzt, weil weder Lasern (Wärmeeintrag entlässt die Härte) noch Stanzen (verformt das Material) reproduzierbare Federkennlinien liefern.
Warum Ätzen alternativlos ist
- Keine Wärmeeinflusszone — Härte und Federwirkung bleiben über die gesamte Bauteilgeometrie konstant
- Keine mechanische Verformung — Spannungen und Vorspannungen werden nicht induziert
- Höchste Reproduzierbarkeit — Photomaske ist konstant, Streuung der Federkennlinie typ. < 5 %
- Filigrane Geometrien — schmale Federarme, präzise Konturen ab 0,05 mm Material möglich
Typische Materialien
- Federstahl 1.4310 (X10CrNi18-8) — rostfrei, federhart
- 17-7 PH (1.4568) — ausscheidungsgehärtet, höchste Festigkeit
- Beryllium-Kupfer (CuBe2) — hochbelastbare Kontaktfedern, leitfähig
- Phosphor-Bronze (CuSn6, CuSn8) — gute Federwirkung + Leitfähigkeit
- Neusilber (CuNi18Zn20) — korrosionsbeständig + federharte Geometrien
Typische Anwendungen
- Steckverbinder und Buchsen — präzise Kontaktkraft
- Relais- und Schalterkontakte
- Batterie-Kontaktfedern (Smartphones, Wearables, E-Mobility)
- Ladeklappen-Kontakte in Elektrofahrzeugen
- SIM- und Smartcard-Kontakte
- Federkontakt-Arrays für Testsockel (Halbleitertest)
Prozessablauf für Federkontakt-Produktion
- CAD-Daten — Federgeometrie incl. Bemaßung und Materialvorgabe
- Maskenerstellung mit Unterätzungs-Kompensation
- Photoresist-Auftrag auf federhartes Coil/Blech
- Belichtung, Entwicklung, Ätzen — meist im Reel-to-Reel-Bandprozess für Serie
- Vereinzelung aus dem Bandverbund
- Optional: Galvanik (Vergoldung, Vernickelung), Biegen, Stanzen für 3D-Geometrie