EMV-Abschirmungen ätzen
EMV- und RF-Abschirmungen aus chemisch geätztem Metall kombinieren präzise Geometrie mit ungestörter Materialeigenschaft. Besonders wichtig bei magnetisch weichen Werkstoffen wie Permalloy oder Mu-Metall, deren Permeabilität nur bei spannungsfreier Fertigung erhalten bleibt.
Materialien für Abschirmungen
- Edelstahl (1.4301, 1.4404) — Standard für EMV-Käfige
- Kupfer — gute elektrische Leitfähigkeit, RF-Anwendungen
- Aluminium — leicht, leitfähig, Standard für Elektronikgehäuse
- Permalloy / Mu-Metall (NiFe-Legierungen) — höchste magnetische Permeabilität für statisches Magnetfeld-Shielding
- Beryllium-Kupfer (CuBe) — federharte Schirm-Komponenten
Typische Bauteile
- RF-Abschirmkäfige für Hochfrequenz-Schaltungen
- EMV-Schirmbleche für Elektronikgehäuse
- Geätzte Lochbleche mit definierter Lochgröße (Cutoff-Frequenz)
- Magnetische Schirmungen für Hall-Sensoren, Magnetometer, Photomultiplier
- MRT- und MEG-relevante Schirmungs-Komponenten
- Federkontakt-Bleche für leitfähige Gehäuse-Verbindung
Warum Ätzen bei Mu-Metall alternativlos ist
Mu-Metall (NiFe-Cu-Mo) erreicht seine extrem hohe Permeabilität (µ_r > 100.000) nur durch ein präzise eingestelltes Gefüge. Lasern führt zu Wärmeeinflusszonen, die die Permeabilität lokal um 90 %+ reduzieren — die Schirmwirkung bricht ein. Stanzen induziert mechanische Spannungen mit dem gleichen Effekt. Chemisches Ätzen ist spannungs- und wärmefrei und damit das einzige industriell sinnvolle Verfahren.
Berechnung der Schirmdämpfung
Die Schirmdämpfung eines perforierten Schirmblechs ist abhängig von Lochgröße, Lochabstand und der zu schirmenden Wellenlänge. Faustregel: Löcher müssen deutlich kleiner als 1/10 der Wellenlänge sein, um die volle Dämpfung zu erhalten. Chemisches Ätzen erlaubt diese feinen Lochmuster reproduzierbar — typische Lochgrößen ab 0,2 mm.